Archiv der Kategorie: Wohnen

Erasmus deluxe mit Fußbodenheizung

Raatuse Fussbodenheizung

Unser Wohnheim in Raatuse 22 ist ja bisher eher mit sprödem Krankenhaus-Charme und minimalistischer Küchenausstattung in Erscheinung getreten. Doch nach etwas mehr als acht Wochen sollte sich dieser Eindruck grundlegend ändern: Wir haben gestern nämlich überraschend entdeckt, dass unser Bad eine Fußbodenheizung besitzt. Wow echt Luxus! Monatelang sind wir ahnungslos an der Steuerungseinheit, die sich auf Fußleistenhöhe befindet vorbeigelaufen ohne von ihr Notiz zu nehmen. Jetzt dagegen: Erasmus deluxe – erst mal die Heizeinheit auf Stufe vier hochdrehen und danach duschen gehen. Es ist tatsächlich schön warm an den Füßen, allerdings muss man das Ding auch den ganzen Tag laufen lassen oder vorher schon wissen dass man in einer guten Stunde mal ins Bad will. Böse Zungen (ich) glauben sogar, endlich den Grund für die im vergangenen Monat um unglaubliche 1500 Prozent gestiegenen Heizkosten (jetzt 104,07 Kronen) ausgemacht zu haben: Die Finnen haben die Steuerung auch entdeckt und sich auf Stufe 5 im Dauerbetrieb ihre eigene Sauna gebastelt. Nur die Holzbänke fehlen uns dafür noch, dafür ist rechts im Bild der schicke Duschvorhang von Christian zu sehen:

Dusche im Wohnheim Raatuse 22

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Fenster putzen auf Estnisch

Fenster putzen auf Estnisch

Nein der Typ auf der Hebebühne will sich nicht einfach nur mal im Wohnzimmer fremder Leute umsehen – er putzt tatsächlich die Fenster. Grund für diesen ungewohnten Hebebühneneinsatz ist die Tatsache, dass sich viele estnische Fenster einfach garnicht öffnen lassen. Eine ordentliche Reinigung ist also nur von außen möglich. Und das braucht seine Zeit: Die beiden Glasreiniger (einer putzt, der andere telefoniert) haben den ganzen Vormittag damit verbracht die Fenster des gegenüberliegenden Hauses streifenfrei sauber zu bekommen. Hier im Wohnheim warten wir auf diesen Luxus noch – und reinigen derweil einfach nur die Seite des Fensters die sich auch öffnen lässt.

Rotlicht in Raatuse

Rotlicht in Raatuse

Gleich zu Anfang: Ja, das ist wirklich mein Zimmer. Ok ich geb’s zu, im Vergleich zum letzten Mal hat es sich ziemlich verändert (sah damals noch so aus). Inspiriert von den tollen Dekotipps aus „Invasion in vier Wänden“ mit Moderatorin Wine Tittler habe ich meinem Raatuse-Zimmer spontan eine völlig neue Beleuchtung verpasst – Puff-Atmosphäre im Eigenbau sozusagen. Zum Einsatz kamen zwei Rollen Krepppapier in Rot und Orange die mit Klebefilm an den kalten Neonröhren befestigt wurden. Die ersten Reaktionen auf dieses radikal neue Beleuchtungskonzept liessen nicht lange auf sich warten. Mitbewohner H.: „Vermietest du dein Zimmer jetzt stundenweise?“ Nachdem ich die ersten mittelmäßig lukrativen Angebote hierfür (150 Kronen/h) ausgeschlagen hatte machte ich mich dann daran, die Deko wieder teilweise zu entfernen – an Vokabeln lernen oder Fachtexte lesen war im schummrigen Rotlicht nämlich nicht mal im Traum zu denken. Fazit der Veränderung: „Das 18 qm-Zimmer von Student Lukas erstrahlt in neuem Glanz. Lichteffekte in Rot und Orange sorgen für eine gemütliche Atmosphäre. Besonders pfiffig ist die platzsparende Anordnung der Schreibtische – hier kann endlich wieder richtig gelernt werden…usw.“