Archiv der Kategorie: Leben

Spaziergang am Lake Tartu

Lake Tartu

Tartu geizt nicht gerade mit schönen Wasserflächen: Neben dem Emajögi gibt es auch den weltbekannten Lake Tartu, zu sehen auf dem Foto. Keck ragen drei Findlinge aus der Wassermasse hervor, im Vordergrund sind noch die Schilfstummel vom letzten Sommer zu sehen. Lake Tartu, Findlinge, Schilfstummel? Hmm…na ok ich gebs zu! In echt fällt der „See“ etwas kleiner aus, als man es vom Bild vermuten würde. Nämlich genau so:

Lake Tartu 2

Es handelt sich beim Lake Tartu in Wahrheit nur um eine 1×2 Meter große Pfütze auf einem Feldweg nahe der Stadt. Die drei „Findlinge“ sind dann doch sehr handlich, die „Schilfstummel“ bestehen aus schnödem Gras. Beim ersten Foto war die Kamera fast auf der Höhe des matschigen Bodens, der gleiche Effekt wird übrigens auch angewandt um Hotelpools in Reiseprospekten größer erscheinen zu lassen. Also Augen auf, wenn euch jemand ein X für ein U…äh eine Pfütze für einen See vormacht!

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Spurlos verschwunden…

Ehrgeiz & Disziplin sind verschwunden

(Foto: Jenny Rollo / sxc.hu)

 

Liebe Blogleser,

wie ich diese Woche mit Erschrecken feststellen musste sind meine guten Freunde Ehrgeiz und Disziplin (beides Deutsche) plötzlich spurlos verschwunden. Als ich vor gut zwei Wochen an meiner Case-Study zu Weißrussland geschrieben habe, waren die beiden noch rege Begleiter meines Uni-Lebens – nun sind sie verschwunden und ich frage mich wohin. Vielleicht ist den beiden das Wetter in Estland zu kalt und trübe? Oder sie hatten die ständigen Leistungskontrollen satt?

Jeder der Hinweise auf den Aufenthaltsort von Ehrgeiz (männlich) und Disziplin (weiblich) geben kann, wird gebeten dies unverzüglich in den Kommentaren dieses Blogs zu tun.

Lieber Ehrgeiz, liebe Disziplin, wenn ihr das lest: Bitte meldet euch!

Gruß, Lukas

Das Whirlpool-Prinzip

Das Whirlpool-Prinzip (Foto: Aura Keskus Tartu)

Der Mensch ist ja von angeborenen Verhaltensregeln geprägt, welche sich in der Öffentlichkeit besonders deutlich zeigen. Einer der klassischen Orte ist hierfür das Schwimmbad, das einen idealen Tummelplatz für die verschiedensten Macht- und Balzrituale bietet. Verschärfend wirkt eine nahezu immer vorherrschende Knappheit von Ressourcen (Sonnenliegen, Whirlpoolplätze). Auch im Aura Keskus hier in Tartu ist das nicht anders. Gestern war ich dort und habe einige interessante Beobachtungen gemacht, welche sich am besten unter dem Begriff „Whirlpool-Prinzip“ zusammenfassen lassen:

Zwei unterschiedliche Parteien, die Draußensteher und die Drinnensitzer, stehen sich hierbei unversöhnlich gegenüber. Die Draußensteher beneiden die Drinnensitzer um ihren Platz im Whirlpool. „Wieso müssen die da eigentlich so lange da drin sitzen? Müssen die sich so breit machen?“, sind häufige – zumeist leise geäußerte – Vorwürfe. Maulend liegen die Draußensteher auf der Lauer und warten grimmig darauf, dass die Drinnensitzer eine Schwäche zeigen und eine kurze Pause von ihrer Blubbermassage machen. Schon ist der Augenblick gekommen! Die Draußensitzer belegen blitzartig die frei gewordenen Plätze und werden so zu Drinnensitzern.

Mit der neuen Whirlpool-Ordnung verwandelt sich auch unverzüglich ihr Verhalten: Die neuen Drinnensitzer machen sich breit, legen ihre Arme breit auf den Rand des Pools und strecken ihre Beine genüßlich aus um möglichst viel Platz für sich zu beanspruchen. Sie kosten ihre Macht vollends aus, denn sie wissen um ihre Vergänglichkeit: Früher oder später kriegen im Whirlpool alle schrumplige Finger und müssen wieder raus.

(Foto: Aura Keskus in Tartu, Estonia | www.aurakeskus.ee)

Beim Meeste Juuksur in Tartu

Meeste Juuksur - Friseur in Tartu

Ich war letzte Woche beim Friseur hier in Tartu, genauer beim Meeste Juuksur (Herrencoiffeur) am Marktplatz. Direkt neben dem stylischen salon plus (Waschen, Schneiden, Kopfmassage = 18 Euro) werden hier im grellen Neonlicht die Haare gestutzt. Die Ausstattung des Salons ist spartanisch: Die Friseure und Friseusen arbeiten selbstständig an ihrem Spiegeltisch, jeder hat seine eigene Palette an Gels, Sprays und Pflegemitteln dabei. Geschnitten wird im Akkord, die Kunden – darunter viele Esten – warten auf einer Stuhlreihe auf der anderen Seite des Salons (Bild rechts, wo die Tür ist). Die gemütliche Arbeitsethik gilt aber auch hier: Zwischendurch ist immer Zeit für eine kleine Pause, niemand versucht mehr Kunden zu versorgen als unbedingt nötig. Konkurrenzlos ist für deutsche Verhältnisse vor allem der Preis: 80 Kronen – umgerechnet 5,30 Euro kostet der neue Haarschnitt bei Meeste Juuksur.