Goodbye, Welcome Party!

Get to know other Students

Letzte Woche mal wieder auf einer Welcome Party gewesen. Diese werden ja ähnlich wie bei uns bis zur Mitte des Semesters gefeiert, bevor man zu so genannten Farewell Parties übergeht. Auf dieser Feier zeigte sich jedenfalls wieder der Trend zu Kennenlernspielen, der hier in Estland ungebrochen ist. Das Spiel an diesem Abend ging so: Gehe auf eine beliebige Person zu, halte deine rechte Hand hoch und lege sie auf die linke Hand des Gegenübers (vertauchen alá rechts auf rechts, links auf links geht nicht gut, hab ich ausprobiert). Dann stellt man genau fünf Fragen. Diese sind: Wie heißt du? Woher kommst du? Was studierst du? Was sind deine Hobbies? Wo möchtest du später mal leben?

Wie sich jeder vorstellen kann sind die Antworten auf solche Fragen ziemlich kurz und eher oberflächlicher Natur und so wechselt man spätestens nach anderthalb Minuten seinen Gesprächspartner. Speed-Get-to-know für Kontaktscheue? Habe natürlich gleich mal versucht das Schema zu durchbrechen und meine Gegenüber alles gefragt was mich gerade so interessiert hat. Diese Methode hat aber nur mäßig funktioniert. Die meisten fühlten sich doch ziemlich an die Spielregeln bzw. das starre Frageschema gebunden. Fortgeschrittene gingen bald dazu über die Fragen wegzulassen und gleich die eigenen vorbereiteten Antworten zu sagen. Nach etwa 20 Minuten hatte jeder mit jedem seine Basisdaten ausgetauscht, die des Gegenübers aber meist gleich wieder vergessen. Es folgte Schweigen und Ratlosigkeit in der Runde. Dann der Blick zur Theke: Kein Alkohol weit und breit. Gar kein Alkohol? Nicht mal Bier? Die Finnen und Niederländer nehmen ihre Jacken vom Haken: „We are moving to a pub now, getting cold beer and having some fun!“ Goodbye, Welcome Party!

(Das Foto habe ich übrigens wirklich auf der Party gemacht, mit Handykamera aus der freien Hand…)
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2 Antworten zu “Goodbye, Welcome Party!

  1. Warum zieht es als erstes die Niederländer und Finnen in den Pub und zum Bier? Bei den Niederländern ist es zumindest teilweise nachvollziehbar: Bier ist in Holland relativ teuer (wie vieles andere auch). Der Preis auf der Speisekarte sieht zunächst normal aus – aber das Glas, was man für den Preis bekommt ist nicht gerade groß. Vor allem bei den Tschechen erregt diese Tatsache ständig so einigen Unmut – man muss viel zu oft nach bestellen und kann dann gleich jedes mal zwei bestellen. To cut a long story short – die Niederländer sind sicherlich immer noch von der größe der Gläser dort fasziniert (ich denke einfach mal, dass die estnischen nicht kleiner sein können als die niederländischen). Aber was ist die Motivation der Finnen?

  2. Die Finnen sind von sich zuhause auch ganz andere Preise gewöhnt. Und die sind ja nicht zuletzt deshalb so hoch, weil das Land ein ziemliches Alkoholproblem hat, die Finnen also schon gerne mal nen Bier oder Vodka mehr trinken. Bei den Gläsern hier ist 0,5 Liter eigentlich Standard, im Pulverkeller werden auch ganze Liter ausgeschenkt (heißt dann „Männerbier“) – also alles wie bei uns. Für die Niederländer ist es natürlich hier dann echt paradiesisch, wenn die das sonst in so kleinen Gläsern serviert bekommen…

    Zu den Biergrößen im Püssirohukelder (Pulverkeller) siehe auch hier:
    https://tartu.wordpress.com/2007/08/30/party-im-pulverkeller/

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